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Nestlé wird fair – ein bisschen In Großbritannien gibt es den Schokoriegel „KitKat“ des Lebensmittelgiganten Nestlé ab sofort nur noch mit Fairtrade-Schokolade. Mehrere tausend Kleinbauern aus der Elfenbeinküste profitieren unmittelbar von der Zertifizierung. Wie wichtig die Umstellung auf fairen Handel für die Menschen ist, zeigt die bittere Realität auf den konventionellen Plantagen: Bis zu 200.000 Kindersklaven schuften in der Elfenbeinküste für die Kakaoernte. Lesen Sie mehr in den Chocolate News
Kinder wie der zehnjährige Richard, der an der Elfenbeinküste in 14-Stunden-Schichten hochgiftige Pestizide über Kakaopflanzen versprüht, bilden das Rückgrat der Schokoladenindustrie. Laut der britischen Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International schuften 200.000 Kinder in der schwülen Hitze der Plantagen für unsere Schoko-Weihnachtsmänner, Ostereier und Pralinen. Auf seiner Recherchereise in den Südwesten der Elfenbeinküste für die Reportage „Kinderschokolade“ begegnete unser Autor Michael Olbert zudem finsteren Plantagenbesitzern und Menschenhändlern, die ausgemergelte Kinder für 20 Euro an Kakaoproduzenten verkaufen. Ganz anders ergeht es Arbeitern, die im Dienste von Fairtrade-Kooperativen stehen: „Fair“ sind die langfristig garantierten Preise, die unabhängig von den Schwankungen an den internationalen Rohstoffmärkten gezahlt werden. „Fair“ ist die Prämie, die auf jedes Pfund Kakao gezahlt wird, was den Kooperativen Spielraum zur Finanzierung von Bildungs- und Infrastrukturprojekten gibt. „Fair“ ist auch die Einhaltung ökologischer Mindeststandards und das Recht, Gewerkschaften zu gründen. All dies garantiert die Organisation TransFair. Nun hat sich der britische Zweig des Nestlé-Konzerns entschlossen, den Genuss des Schokoriegels „KitKat“ auch sozialverträglich zu gestalten: Ab sofort werden in England erhältliche „KitKat“-Riegel ausnahmslos aus Fairtrade-Schokolade hergestellt. Durch die enorme Kakaomenge, die für die Produktion des Riegels benötigt werde, helfe die Fairtrade-Zertifizierung unmittelbar mehreren tausend Farmern und eröffne ihnen neuen Lebensperspektiven, freut sich Harriet Lamb, Geschäftsführerin der Fairtrade Foundation. Die Entscheidung der britischen Nestlé-Sektion sei Teil eines internationalen Plans des Konzerns, der vorsieht, die Situation der Kakaoproduzenten innerhalb von zehn Jahren mit verschiedenen Maßnahmen zu verbessern, so Alexander Antonoff von Nestlé Deutschland auf Nachfrage. Allerdings müssen deutsche Kunden, die mit gutem Gewissen Schokoloade essen wollen, auch in Zukunft auf Konkurrenzprodukte weniger bekannter Hersteller ausweichen: Fairtrade-Zertifizierungen für Nestlé-Produkte sind hierzulande nicht geplant. KURT STUKENBERG Quelle: http://www.greenpeace-magazin.de |